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Das Bewerbungsgespräch

Du hast dich für eine Stelle bzw. einen Ausbildungsplatz beworben und wurdest zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen - leider ist das auch noch dein allererstes Bewerbungsgespräch und du hast überhaupt keine Ahnung wie du dich dort verhalten sollst, was du sagen sollst - keine Panik; JuSee hat für dich ein paar hilfreiche Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch zusammengestellt.

 

Schau dir deine eigenen Unterlagen (Bewerbungsmappe) noch mal durch und versetzte dich in die Rolle deines zukünftigen Chefs, wo könnte er noch Fragen haben, was ist erklärungsbedürftig? Bereite deine Antworten sorgfältig vor und gehe im Kopf das Gespräch durch. Du kannst auch jemand aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis bitten noch einmal drüber zu schauen und dir ein paar Fragen bezüglich deiner Bewerbung zu stellen.

 

Falls du Lücken in deinem Lebenslauf oder schlechte Zeugnisnoten hast, lass dich davon nicht runterziehen oder denke "ach der nimmt mich ja eh nicht." - denn das Vorstellungsgespräch ist deine Chance diese wieder auszubügeln, du hast die Möglichkeit der Firma dein Engagement zu präsentieren.

 

Als nächstes nimmst du dir ein Blatt Papier und schreibst all deine beruflichen/schulischen und privaten Erfolge drauf. Auch wenn die Liste noch nicht so lang ist wie du sie gerne hättest, jedes kleinste Erfolgserlebnis zählt und stärkt dein Selbstbewusstsein. Überlege dir warum du gut und dementsprechend die erste Wahl für den Wunschjob bist, das wird dich dein zukünftiger Chef nämlich mit hoher Sicherheit fragen. Du solltest darauf eine präzise und aussagekräftige Antwort haben, das letzte was er hören will ist "Ähm keine Ahnung…."  Schreibe die Antwort auf und lese sie öfters durch, dass du sie später beim Vorstellungsgespräch auch nicht vergisst.´

 

Du solltest es jedoch nicht übertreiben und Formulierungen und Antworten auswendig lernen und bis zum geht nicht mehr pauken, wenn du diese dann beim Vorstellungsgespräch wie ein Gedicht vorträgst wirkt das für deinen Arbeitsgeber aufgesetzt und geschauspielt. Du kannst aber trotzdem einmal laut vor dem Spiegel üben und dabei deine Mimik und Gestik kontrollieren, achte darauf das du so natürlich und entspannt wie möglich rüberkommst.

 

Natürlich ist auch das äußere Erscheinungsbild beim Vorstellungsgespräch sehr wichtig. Der erste Eindruck zählt; und der sollte authentisch jedoch gepflegt sein. Plane rechtzeitig was du anziehen willst. Eine Kleiderordnung gibt es nicht, alles geht solange es gepflegt wirkt und du dich darin wohl fühlst. Bei Banken, Versicherungen oder Beratern kommt ein konservativer Look nach wie vor sehr gut an, bei kreativen und innovativen Berufen ist der klassische Business-Look eher out. Lange Haare bei Männern kommen bei vielen Personalchefs nicht gut an, ebenso wenig wie dick aufgetragene Schminke oder aufdringliches Parfum bei Frauen.

 

Superwichtig (!!!) ist es, dass du pünktlich zu deinem Vorstellungsgespräch erscheinst. Wer zu spät kommt, den bestraft die Personalabteilung. So lächerlich es klingt. Aber wer nicht pünktlich ist vermittelt dem Betrieb Desinteresse und Unloyalität. Also plane deine Anfahrt genau und kalkuliere wie viel Zeit du brauchst, bzw. wann du von zu Hause losfahren/loslaufen musst. Du solltest jedoch nicht schon eine Stunde vor dem vereinbarten Termin dort sein, so fühlt sich der Personalchef unter Druck gesetzt und bedrängt.

 

Wie auch sonst im Leben zählt der erste Eindruck den du auf den Chef machst. Sei freundlich ohne überschwänglich zu wirken. Blicke deinem Gesprächspartner offen in die Augen ohne zu starren - so vermittelst du ihm ein selbstsicheres Auftreten. Stell dich kurz mit deinem Namen vor und warte bis dir der Chef die Hand reicht, drücke fest ohne zu quetschen. Achte auf deine Körperhaltung - also nicht im Stuhl hängen oder den Kopf auf den Tisch legen. Somit sind die besten Vorraussetzungen gegeben, das der Chef einen guten ersten Eindruck von dir hat.

 

 

Der Anfang dürfte dir nicht allzu schwer fallen, da du dich im Vorfeld ja schon gut vorbereitet hast. Nach dem Eingangsgeplänkel ist dein erster Monolog zum Thema "Mein Werdegang" fällig. Schwafeltypen mit monotoner Stimme sind genauso unbeliebt wie kalte Stockfische die nur kurz angebunden sind. Versuche also einen Mittelweg zu finden und deinen Chef nicht mit deinem endlosen Gelaber zu langweilen jedoch auch nicht nüchtern rüberzukommen. Am besten ist es du verstellst dich nicht sondern erzählst wirklich so, wie du frei erzählen würdest.

 

 

Dann wird der Chef dir ein paar Fragen stellen, eventuell zu deiner Bewerbung oder eben die berühmte Frage "Warum sind genau sie der/die Richtige für uns?" - auf diese Fragen bist du ja jetzt bestens vorbereitet und kannst mit Leichtigkeit antworten. Es kann aber auch noch die ein oder andere Frage auftauchen, auf die du noch keine Antwort weißt. Versuche bei jeder Antwort engagiert und anpassungsfähig bzw. teamfähig zu wirken. Fang aber nicht an Märchengeschichten zu erzählen - so etwas fliegt schnell auf und man wird als unauthentischer Mensch abgestempelt.

 

 

Danach will der Personalchef wissen, ob du noch irgendwelche Fragen hast, jetzt hier bloß nicht nach Urlaubsgeld oder Anspruch auf Gleitzeit erkundigen. Das wirkt so als würdest du denken, du hättest den Job schon in der Tasche. Lasse dir lieber das zugute kommen, das du im Internet gelesen hast und spreche ihn auf diverse Unternehmensstrategien etc. an - so stellst du gleich dein Interesse an der Firma unter Beweis. Hilfreich ist es, wenn du vor dem Gespräch eine kleine Liste mit den Fragen zusammenstellst damit du nicht alles wieder vergisst, diese kannst du auch mit ins Büro nehmen - das wirkt auf keinen Fall unsicher - eher professionell.

 

 

Gehaltsverhandlungen sind beim Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz kein Thema. In anerkannten Ausbildungsberufen sind die Gehälter tariflich festgelegt. Hast du schon eine Ausbildung abgeschlossen und bewirbst dich nun für eine neue Stelle, dann informier dich vor dem Gespräch  über die branchenüblichen Gehälter für die Position, auf die du dich beworben hast. 

 
 

Zum Schluss wird dann geklärt wer sich bei wem meldet. Meistens erklärt der Personalchef, dass die Firma nach dem Bewerbungsdurchlauf auf dich zukommen wird. Wenn du darauf eine Absage bekommst, sei nicht traurig oder wütend - so etwas ist schon fast jedem einmal im Leben passiert und oft hat man selbst auch keinen Fehler gemacht, die Firma hat sich einfach für jemand anderen entschieden. Du kannst dir aber trotzdem nach jedem Vorstellungsgespräch noch einmal Gedanken machen, was du beim nächsten besser machen kannst und wirst so von Gespräch zu Gespräch besser und selbstsicherer; irgendwann wird es auf alle Fälle klappen.