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Wie viel Computer ist gut für Kinder?

(efg) Schon für Dreijährige gibt es Lern- und Spielprogramme, in den USA wird Soft-ware bereits für Babys ab sechs Monaten angeboten. Doch wie viel PC ist für die Kleinen gesund? Erstes Fazit: Der Computer darf nur eine Lebenserfahrung unter vielen bleiben. Dies zu vermitteln bleibt Aufgabe des Elternhauses.

 

Übermäßige Fernseh- und Computernutzung führen auch bei Kindern zu Bewegungsdefiziten und Übergewicht. Denn das Sitzen vor dem Computer oder Fernseher stoppt die eigene Bewegung fast vollständig. So weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung darauf hin, dass übergewichtige Kinder viel fernsehen: Sie sitzen mehr als zwei Stunden pro Tag vor dem Gerät. Hinzu kommt, dass viele Kids vor dem Fernseher oder PC unkontrolliert und "nebenbei" essen und auf diese Weise zusätzliche Kalorien zu sich nehmen.

 

Wegzudenken aus der Welt unserer Kinder ist der PC heute nicht mehr. Das ist auch gar nicht nötig, denn der Computer schadet der Entwicklung eines Kindes nicht. Im Gegenteil, er kann Aufmerksamkeit und Konzentration, Kreativität und Fantasie fördern. Spaß erhöht die Lernbereitschaft. Hier leistet der Computer gute Dienste. Wissen kann auf kindgerechte, spielerische Weise vermittelt werden. Die Motivation steigt, da die Kids aktiv teilnehmen und Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Außerdem reagiert ein Programm sofort auf jeden Klick - durch diese zeitnahe Rückmeldung können Kinder optimal lernen. Erfolg wird durch Lob positiv unterstützt. Das stärkt das Selbstwertgefühl.

 

Der Computer kann allerdings den Life-Charakter, der für ein umfassendes Lernen unerlässlich ist, nicht ersetzen. Der Schmeck-, Riech- und vor allem der Tastsinn, mit dem die Welt buchstäblich "begriffen" wird, bleiben hier ungenutzt. Auch soziale Fähigkeiten kann der Computer nicht vermitteln. Dem natürlichen Bewegungsdrang eines Kindes wird er über-haupt nicht gerecht. Deshalb ist es wichtig, Regeln für die PC-Nutzung einzuführen und die-se konsequent umzusetzen.

 

Tipps für Eltern zu einem sinnvollen Umgang mit dem PC:

Ein Kind darf Erfahrungen am PC sammeln, muss aber nicht. Üben Sie bei Desinte-resse keinen Druck aus. Verpasste Zeit gibt es nicht.
Jungen und Mädchen unter 12 Jahren sollten keinen eigenen Fernseher oder Computer besitzen. Denn die dadurch nötigen Absprachen verringern den Konsum deutlich.
Der Computer ist kein Babysitter. Kinder dürfen dort nicht "geparkt" werden.
Setzen Sie sich mit dem Kind zusammen und sprechen Sie über seine Erfahrungen am PC, damit der Bezug zur Wirklichkeit nicht verloren geht.
Computerspiele sind so faszinierend, dass Kinder darüber leicht die Zeit vergessen und ihre Fähigkeiten überbeanspruchen. Um keinen Stress auszulösen, beträgt die empfohlene Zeit bei Kindern im Grundschulalter 20 bis 30 Minuten. Kinder zwischen 10 und 13 Jahren bekommen bis 60 Minuten und Jugendliche 90 Minuten Nutzungszeit.
Eine gute, sinnvolle Software ist wichtig. Suchen Sie anfangs altersentsprechende Programme aus und helfen Sie dem Kind dabei, ein eigenes Bewusstsein für Qualität zu entwickeln.

 

Um Übergewicht und gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, rät Heike Brinkmann- Reitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz: "Eltern sollten darauf achten, dass das Essen gemeinsam am Familientisch eingenommen wird und nicht vor dem Computer oder Fernseher. Außerdem sollte neben dem PC noch genügend Zeit für Sport und Spiel an der frischen Luft bleiben."

 

Will ein Kind nur noch am Computer sitzen, bekommt Übergewicht oder isoliert sich sozial, kann dies ein Hinweis auf ungelöste Probleme sein. Versuchen Sie herauszufinden, ob es Schwierigkeiten in der Schule, mit Freunden oder zu Hause hat und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

 

Buchtipp: Thomas Feibel: Was macht der Computer mit dem Kind? Velber im OZ Verlag

 

Aus dem Onlineangebot des Deutschen Grünen Kreuzes