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Stress bei den Hausaufgaben

(pgk) Protest, Geschrei und Getöse. Sabine D. weiß nicht mehr weiter. Zum wiederholten Male gibt es dicke Luft mit ihrem Sohn Florian wegen der Hausaufgaben. Dem störrischem Zweitklässler fällt immer wieder ein neues Ablenkungsmanöver ein: Erst will er "nur kurz" die Hörspielkassette zu Ende hören. Dann fällt ihm sein neuer Gameboy in die Hand. Schließlich ist er mit Freund Max zum Spielen auf der Wiese verabredet. Auch Mitschülerin Jenny findet einfach keinen Anfang bei den Hausaufgaben, Tim unterbricht seine Arbeit ständig für irgendwelche Spielereien, Laura vergisst sie einfach, Sven hat regelrecht Angst davor.

 

Der häusliche Frieden ist in vielen Familien wegen der Hausaufgaben gefährdet. Aber der nachmittägliche Schulstress am Schreibtisch ist nicht nur für die Eltern ein Problem. Er belastet die Kinder ebenso. Körperliche Anzeichen sind zum Beispiel unspezifische Bauchschmerzen. Häufig blicken die Kinder ratlos in ihre Hefte und wissen nicht, was genau sie tun sollen. Viele Eltern sitzen dann daneben, sagen die Aufgaben vor oder spielen "Ersatzlehrer". Hilfestellungen werden dabei nicht immer fachgerecht geleistet, sind oftmals sogar lernpsychologisch ungeschickt.

 

Vielfach mäkeln die Eltern auch an bereits gemachten Aufgaben herum. Die Kontrolle erfolgt dann meist unter dem Gesichtspunkt, ob die Aufgaben richtig und sauber erledigt wurden. Auch dies setzt die Kinder unter Stress, führt zu Streit. Die Kinder fühlen sich kontrolliert, haben bisweilen das Gefühl zu versagen.

 

Die meisten Eltern fühlen sich verantwortlich, wenn ihre Sprösslinge Schwierigkeiten mit den Aufgaben haben. Mal versuchen sie, mit Strafe und Belohnung die Kinder zu motivieren, mal mit gutem Zureden oder Nachhilfe. Viele Eltern fragen sich dann: Wie kann ich meinem Kind bei der Anfertigung der Aufgaben am besten helfen? Was hilft, Stress und Streit zu vermeiden? Wie viel Zeit für die Aufgaben ist eigentlich normal?

 

Unsere Tipps:

  • Wichtige Rahmenbedingungen sind eine entspannte Atmosphäre, feste Lernzeiten und Ordnung am Arbeitsplatz. Zuerst sollte sich Ihr Kind von der Schule etwas erholen und entspannen und nicht gleich nach dem Mittagessen mit den Hausaufgaben anfangen.
  • Schlagen Sie ihm vor, die Aufgaben in kleine Portionen aufzuteilen. Es ist sinnvoll, einen Tagesplan anzufertigen. Was erledigt wurde, kann abgehakt werden. So sieht Ihr Kind, wie es vorwärts kommt.
  • Immer zuerst eine leichte Aufgabe in Angriff nehmen. Das Gehirn muss sich zuerst für einige Minuten an die Arbeit gewöhnen. Danach ist es auch für schwerere Aufgaben bereit. Außerdem motiviert der Erfolg.
  • Regen Sie Ihr Kind an, regelmäßig eine Lernpause einzulegen und nicht zu lange an einem Stück zu arbeiten. So entsteht ein Rhythmus von Anspannung und Entspannung.
  • Auf eine richtige Körperhaltung achten: Aufrechtes und entspanntes Sitzen durchblutet das Gehirn und Ihr Kind wird aufnahmebereiter.

 

Aus dem Onlineangebot des Deutschen Grünen Kreuzes

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